Ereignisse der letzen Woche Teil I

Nun ist ueber eine Woche vergangen seit meinem letzten Post und es ist einfach unglaublich viel passiert.
Aus Auckland sind wir schon lange raus. Ein wirklich nettes und irgendwie suesses Kiwipaerchen hat unsere erste Tramperfahrung zu einer verdammt guten Erinnerung gemacht.
Der Plan war hoechstens ein bis zwei Stunden vor der Autobahnausfahrt zu verbringen, welche wir davor eher weniger sorgfaeltig ausgesucht hatten, und, sofern kein Auto sich erbarmen wuerde, dann den Bus zu nehmen um bis nach Orewa zu gelangen. Wir warteten keine 5 Minuten und eine zierliche Maorifrau kam mit den Armen wedelnd auf uns zu gerannt und buchsierte uns zu ihrem Auto, in welchem ihr dickicher aber sehr netter Gatte wartete.
In Orewa verbrachten wir nur eine Nacht. Wir hatten uns das (im nachhinein sehr utopisch erscheinende) Ziel gesetzt von Orewa bis Whangerei in nicht mehr als einer Woche zu wandern. Also liessen wir gleich am naechsten Tag den wunderschoenen und idyllisch am Strand gelegenen Campingplatz in Orwea zurueck und machten uns auf den Weg. Zwischenziel: Warkworth. 20-kilo-Rucksack auf den Ruecken und los.
Aus Mangel an Wanderwegen bzw Kompetenz der lokalen Information nahmen wir den einzigen auf unserer detailarmen "Wanderkarte" erkennbaren Weg der zu unserem Ziel fuehrte. Den Highway. Neuseelaendische Highways aehneln nur selten den deutschen Autobahnen, speziell im Norden besteht er eher aus alpinen 2-spurigen Serpentinen die sich nahe der Kueste von einem Ort zum naechsten schlaengeln. Der Weg der anfangs noch verlaesslich neben dem Highway verlief verwandelte sich nach nicht langer Zeit in einen Trampelpfad um schliesslich vollkommen zu verschwinden. Letztendlich fanden wir uns, einen Meter vom Verkehr entfernt, hinter sporadischen Leitplanken wieder. Innerlich hatten wir schon nach den ersten 5 Kilometern aufgegeben. Wir schraubten unsere Ansprueche runter und einigten uns auf das knapp einen halben Centimeter entfernte Waihera (keine Gewaehr beim Namen, hab grad keine Karte zur Hand), welches - nach unseren mehr oder weniger genauen Berechnungen- hinter den naechsten Kurven am Horizont erscheinen muesste.
Unsere Berechnungen stellten sich als eher weniger genau heraus , weswegen wir weitere 5 Kilometer hinter uns bringen mussten. Da meine Eltern diesen Blog auch lesen ueberspringe ich den wirklich sehr, sehr kritischen Teil (mit Sprints ueber den Highway, Spruengen von 2-Meter-Abhaengen, Fleischwunden, etc.) und skippe zur den naechsten Problemen.
Waihera (oder so) ist ein kleines Kuestenoertchen im Norden von Orewa, dessen Wirtschaft zu wohl 99% auf Tourismus basiert. Weswegen es in der sog. "Lowseason", der eher kalten und Touristen-unfreundlichen Jahreszeit nicht fuer notwendig erachtet wird den einzigen und zudem sehr kleinen Campingplatz der Stadt offen zu halten. Das naechst beste Motel war leider ausserhalb unseres geplannten woechentlichen finanziellen Rahmenplans, weswegen wir zwei Seelen -psychisch und physisch am Ende- uns notgedrungen nochmal zu unserem Erzfeind dem Highway begaben. Diesmal jedoch mit Edding ausgeruestet. "WARKWORTH" schrieben wir gross und fett auf unser (beim ersten Versuch zu) kleines Pappschild. 5 Minuten spater verhalf uns diese Massnahme zum erhofften Erfolg, d.h. zu einem netten Mittvierziger der uns nach Warkworth kutschierte.
17 Uhr war die Zeit, zu der wir versuchten in die lokale Bibliothek/Information zu gelangen, um uns nach einer geeigneten billigen Unterkunft umzusehen, jedoch auch die Schliesszeit derselbigen. Und ihren Feierabend lassen die Kiwis sich nicht nehmen. Eine nahegelegene Tankstelle diente zum Glueck ebenso gut als Informationsquelle und so liessen wir uns eine weitere Stunde und 2 Bekanntschaften mit zwei neuseelaendischen Schuelern (die uns freundlicher Weise den Weg zeigten) spaeter in die bequemen Betten eines Backpacker-Hostels fallen.
Nach ausgiebigem Abendbrot, Schlaf und Fruehstueck verwarfen wir entgueltig unsere Wanderplaene und besorgten uns ein Pappschild. Der freundliche Hostelbesitzer (seinerseits ebenfalls Europaer, aus den Niederlanden vor knapp 40 Jahren eingewandert; hielt uns anfangs wegen unseres Akzentes fuer amerikaner (!)) erklaerte sich bereit, uns zurueck zu unserem Lieblingshighway zu befoerdern.
Dort warteten wir (vergleichsweise) lange auf eine Mitfahrgelegenheit. Nach einer hlaben Stunde Wartezeit loeste ich Erik ab als Schildhalter, 5 Minuten spaeter hielt auch schon ein Auto an - jedoch nur weil er Erik nicht gesehen hatte. Um nicht unfreundlich zu erscheinen liessen uns der Mexikaner Geraldo und der Israeli Chaim, ebenfalls Backpacker, beide in ihrem niedlichen Mitsubishi
 mitfahren. 4 riesige Rucksaecke und 4 Backpacker quetschten sich einer nachdem anderen in den Zweituerer und machten sich (nach mehrmaligem Umpacken) auf denWeg in die knapp 100km entfernte Stadt Whangerei.

Hier endet der erste Teil der Ereignisse der letzen Woche. Zeit draengt Internet wird knapp. ich hoffe ich kann die Geschichte bald vervollstaendigen.
lg flo

2 Kommentare:

  1. Hallo Floria, Deine Einträge lesen sich ja wie ein Krimi. Habt Ihr neben Traveling auch schon Working betrieben? Was ist denn euer Ziel , wo ihr Arbeit sucht? Bin gespannt, wie es weitergeht. Liebe GRüsse aus NB und Callan/Irland

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  2. holla flo.grüße aus dem kalten wedding.5minuten gewartet?wtf in berlin stand ich tw 1h ;) anne hat recht,schreibst echt cool,ich wünsch dir was jo.hab gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viel spaß und bitte pass auf dich auf.

    :D

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